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"Auf ein Wort" aus dem Kirchenboten August / September 2019

"Forever young" - "für immer jung". Die Party ab 30 fällt wegen Krankheit aus. Den Plakatständer auf dem Bild der Titelseite habe ich vor ein paar Jahren entdeckt. Unfreiwillige Komik, wenn auch nicht für den Kranken und den Veranstalter. "Für immer jung" fällt aus.

Natürlich wollen wir jung bleiben, gesund und fit. Wir wollen das Leben genießen, Reisen machen, feiern, die Zeit mit unseren Kindern und Enkeln verbringen, Projekte verwirklichen. Aber das "Für immer jung" fällt aus, für jeden irgendwann einmal. Und es ist gut, dass wir das nicht verdrängen. Unser Leben ist endlich, wir müssen alle einmal gehen.

Ältere Menschen sagen mir immer wieder, dass sie auf keinen Fall noch einmal jünger sein wollen, den Unsinn der Jugend, die mühevolle Arbeit und die Sorgen des Mittelalters noch einmal durchmachen. Es soll so bleiben, dass sie klar im Kopf sind, früh aufstehen und ihre Angelegenheiten regeln. Auf die gesundheitlichen Beschwerden könnten sie verzichten, aber auf keinen Fall wollen sie jünger sein.

Wenn es anders kommt, müssen wir das so hinnehmen, auch wenn es uns sehr schwer fällt. Es tut weh, von einem lieben Menschen Abschied zu nehmen, vor allem, wenn er oder sie das Leben eigentlich noch vor sich hat. Wir sollen uns aber darauf einstellen, dass wir nicht ewig jung sind und nicht ewig leben.

Mich macht es schon sehr nachdenklich, wenn ein sehr alter Mensch gestorben ist und in der Todesanzeige dann steht: "plötzlich und unerwartet". "Plötzlich" - ja, aber "unerwartet"? Meinen wir, dass es immer so weitergeht? Täuschen wir uns da nicht selber? Auf mich wirkt es einfach lächerlich, wenn in der Werbung eine eindeutig ältere Frau nach der Einnahme eines Herz-Trunks mit ihrem Hund herumspringt wie eine 30-Jährige. "Forever young".

Das Ende bedenken und die geschenkten Tage genießen, aus Gottes Hand nehmen - das ist die Botschaft der Bibel. Wir dürfen mit Gottes Begleitung und Hilfe rechnen. Er behütet uns und trägt uns, gerade da, wo wir an unsere Grenzen stoßen.

"Gott gibt dem Müden Kraft, und Stärke

genug dem Unvermögenden.

Die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft,

dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler,

dass sie laufen und nicht matt werden,

dass sie wandeln und nicht müde werden."

(Jesaja 40, 29.31)

Ich wünsche Ihnen gute Erholung in den Ferien, dass Sie Kraft und Stärke tanken und die Müdigkeit weicht. Gott ist bei Ihnen, wo immer Sie sind!

Ihr Johannes Häselbarth