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KV-Wahl 2018

KVWahl2018

"Auf ein Wort" aus dem Kirchenboten März/April 2015

Liebe Gemeinde, wer war, wer ist Jesus Christus?

Auf die Frage fällt den meisten spontan ein: In Bethlehem ist er geboren, in Nazareth aufgewachsen; als Wanderprediger ist er durchs Land gezogen und in Jerusalem eines gewaltsamen Todes gestorben. Damit haben wir die Frage, wer Jesus Christus ist, aber nur ansatzweise beantwortet. Wir, die wir uns nach ihm „Christen“ nennen, machen uns auch Gedanken, wer Jesus Christus für uns ist, was er uns für unser Leben, für unseren Glauben bedeutet. Auch im Konfirmandenunterricht reden wir über Jesu Leben, sein Sterben und seine Auferstehung, wir lesen in den Evangelien nach, wie er den Menschen in Wort und Tat begegnet ist. Es geht aber nicht nur um Wissensvermittlung. Im Rahmen dieser Einheit füllen die Konfirmanden auch einen Fragebogen aus und überlegen, wer Jesus für sie ist. Vielleicht haben Sie Freude daran, diesen Fragenbogen, den wir in leicht variierter Form abdrucken, auszufüllen. Es können immer mehrere Antworten angekreuzt und es kann eine eigene Antwort hingeschrieben werden. 

Wer ist Jesus für dich? Welches Wort passt am ehesten zu Jesus?
o Ein ungewöhnlicher Mensch o heilig
o Eine Erfindung der Kirche o menschenfreundlich
o Ein Vorbild o friedlich
o Ein Wundertäter o revolutionär
o Ein religiöses Genie o fromm
o Ein Prophet o frei
o Der Beauftragte Gottes o oder: _______________________
o oder: ______________________  

Bei den Konfirmanden sind die Ergebnisse ganz unterschiedlich. Interessant ist, dass auf die erste Frage „Wer ist Jesus für dich?“ oft noch extra als Antwort gegeben wird: Der Sohn Gottes.

Auch in der Bibel erkennt das ein Mensch unter dem Kreuz. Es ist der römische Hauptmann, der bei der Kreuzigung dabei ist und die Aufgabe hat, Jesus zu bewachen. Jesus ist hier alles andere als göttlich, kommt absolut nicht herrlich und mächtig daher, sondern hängt ganz und gar elend am Kreuz und stirbt. Und ausgerechnet da erkennt der Hauptmann: Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!

Der am Kreuz hängt und stirbt, ist Gottes Sohn. Und das heißt: Gott kommt uns Menschen in seinem Sohn Jesus Christus ganz nahe. Er leidet wie wir, er stirbt wie wir und zeigt uns: „Nie lasse ich euch allein, auch dann nicht, wenn ihr leidet, auch dann nicht, wenn ihr dem Tod ins Auge schauen müsst und im Sterben liegt.“

Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!

Diese Worte sind uns für den April als Monatsspruch gegeben. Gleich auf den Anfang des Aprils fällt die Karwoche. Die Passionszeit, in der wir Jesu Weg im Leiden, den Weg zum Sterben mitgehen, neigt sich dem Ende und wir erleben wie er zum Tode verurteilt und hingerichtet wird und wir stehen wie der Hauptmann unter dem Kreuz. Aber das ist für uns noch nicht alles. Gott sei Dank dürfen wir drei Tage später an Ostern seine Auferstehung feiern. Das gibt uns Hoffnung, dass auch wir einst auferstehen werden.

Passionszeit - für manche eine Zeit des Fastens - ist nach dem Faschingstrubel eine stillere Zeit zum Nachdenken über uns, unser Leben, über Gott und darüber, wer Jesus Christus ist.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie wie der Hauptmann bekennen können: Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn, mit dem ich durch meine Taufe untrennbar verbunden bin, im Leben, im Sterben und über den Tod hinaus.

Eine gesegnete Passionszeit und ein frohes Osterfest!
Ihre Pfarrerin Andrea Möller