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"Auf ein Wort" aus dem Kirchenboten April/Mai 2015

Gottes guter Segen ist wie …

Viele Menschen begrüßen und verabschieden sich mit ihm. Sogar in ein bekanntes Geburtstagslied hat er es als Wunsch geschafft. Und: Bei keinem Gottesdienst darf er fehlen. Von wem die Rede ist, fragen Sie sich? Natürlich von Gottes Segen. Egal ob als Geburtstagswunsch oder im Gottesdienst – immer wieder begegnet er uns. Doch was ist das eigentlich genau, der Segen?

Diese Frage hat sich auch meine 3. Klasse vor ein paar Wochen gestellt. Ganz eifrig haben sie das mit dem Segnen ausprobiert und versucht zu entdecken, was das Besondere daran ist. Dabei hat sie vor allem ein Vers aus der Bibel beschäftigt:

„Ich will Dich segnen und Du sollst ein Segen sein.“

(1. Mose 12, 2)

So verspricht es Gott Abraham und uns als seinen Ururururururur-Enkeln. „Das heißt ja dann, dass wir selbst zum Segen werden, wenn Gott uns segnet.“, stellt eine Schülerin (9 Jahre) erstaunt fest. „Wie soll das denn gehen?“, fragt einer ihrer Mitschüler (8 Jahre) nach. Und schon entbrennt eine spannende Diskussion darüber, wie man sich das mit dem Segen wohl vorstellen könne. Als Ergebnis haben meine Drittklässler eigene neue Worte und Bilder dafür gefunden, wie Gottes guter alter Segen denn für sie heute ist und wie er wirkt. Ein paar ihrer Ideen will ich hier mit Ihnen teilen: Gottes guter Segen ist wie …

  • eine Tafel Schokolade. Sie macht einen glücklich und, wenn man sie mit seinen Freundinnen teilt, schmeckt sie noch besser.
  • ein Superheld. Immer wenn man Hilfe braucht, kommt er und rettet einen.
  • die ganze große Welt. Er umgibt mich, egal wo ich bin, und lässt mich immer wieder staunen.
  • ein Besuch im Palm Beach mit meiner Familie. Da haben wir immer viel Spaß und allen dort geht es gut.

Mich haben die Segensbilder meiner Klasse inspiriert, mir selbst noch einmal Gedanken darüber zu machen, wie ich das mit dem Segen so sehe. Und ich habe festgestellt, dass es für mich mehr als ein frommer Wunsch ist, wenn ich mich von jemandem mit den Worten „Gott behüte Sie!“ verabschiede oder einem Jubilar bei einem Geburtstagsbesuch mit den Worten „Gottes reichen Segen zum Geburtstag“ gratuliere. In diesem Moment hoffe, glaube und bete ich, dass Gott mein Gegenüber liebevoll in seiner großen Hand halten möge; dass ER ihn oder sie tragen möge, egal was kommen mag; und dass er oder sie sich stets in Gottes Liebe geborgen fühlen möge.

Das Bild auf der Titelseite zeigt das für mich sehr treffend: Ich kleiner Mensch sitze in Gottes großer, starker Hand. Das lässt mich lächeln und zuversichtlich in die Zukunft blicken – trotz der vielen Krisen, der zahlreichen unverständlichen Katastrophen und dem ganzen Unfrieden in unserer Welt. Denn ich darf wissen: Gott ist bei mir. Diese Gewissheit hilft mir, nicht aufzugeben, sondern zumindest ein bisschen was von dem, was Gott mir durch seinen guten Segen schenkt, weiterzugeben; ein kleines bisschen von der großen Liebe, die - wie das kleine Herz auf der Titelseite - aufsteigt von dem kleinen Menschen zu Gott, zu den Menschen und in diese Welt.

„Ich will Dich segnen und Du sollst ein Segen sein.“

(1. Mose 12, 2)

Liebe Leserinnen und Leser! Für mich ist Gottes guter Segen wie die Hand eines guten Freundes, einer guten Freundin! Auf der einen Seite hält sie mich ganz fest, wenn ich selbst zu fallen drohe. Auf der anderen Seite kann ich an ihr aber auch mutig für andere da sein und so selbst zum Segen werden.

In diesem Sinne: Möge Gottes guter Segen Sie begleiten, tragen und halten, dass Sie selbst zu einem Segen werden können – was auch kommen mag!

Ihre Vikarin Romina Rieder