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"Auf ein Wort" aus dem Kirchenboten August/September 2015

Wenn auch im Schatten die Sonne scheint …

Am 12. November 2014 fieberte die ganze Welt der Landung der Raumsonde Philae auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko entgegen. Zuerst schien auch alles nach Plan zu verlaufen. Aber dann blieb das Minilabor nach der Landung nicht am vorhergesehenen Platz, so dass die Solarmodule der Sonde zu wenig Sonne bekamen. Nach nur knapp 60 Stunden ging Philae deswegen die Batterie aus.  Erst fast sieben Monate später hatte die Sonde wieder so viel Sonnenenergie getankt, dass sie erneut Daten ans Kontrollzentrum senden konnte.

Mit Interesse und durchaus auch etwas fasziniert von dem, was dort draußen im Weltall so vor sich geht, habe ich die Mission von Philae verfolgt. Unheimlich viel Aufwand wurde betrieben, keine Kosten und Mühen gescheut, damit alles perfekt abläuft. Und dann macht ein schattiges Plätzchen auf dem Kometen alle Pläne zunichte.

Es ist schon unfassbar, wie sehr wir von der Sonne abhängig sind – nicht nur in der Raumfahrt, sondern auch im täglichen Leben.

Ich selbst ertappe mich dabei, dass es mich bei den ersten Sonnenstrahlen nach außen zieht. Ich genieße dann die Wärme auf meiner Haut und habe den Eindruck: Ich kann richtig auftanken, wenn ich eine Weile die Strahlkraft der Sonne genossen habe. Danach geht es gleich mit viel mehr Energie weiter!

In einem bekannten Kinderlied heißt es:

„Gottes Liebe ist wie die Sonne: Sie ist immer und überall da.“

Ein schönes Bild für Gottes Liebe ist das, finde ich:sonne meditatives

  • Wie von den ersten Sonnenstrahlen werde ich von Gottes großer und wunderbarer Liebe angezogen.
  • Wie die Sonnenstrahlen an einem schönen Tag wärmt mir Gottes Liebe das Herz.
  • Wie die Strahlkraft der Sonne stärkt mich Gottes Liebe zum Weitermachen.

Wirklich wie die Sonne ist Gottes Liebe. Aber anders als im Fall der Raumsonde Philae können wir Menschen uns darauf verlassen, dass Gottes Liebe ihre Wirkkraft auch behält, wenn uns die Schattenseiten des Lebens treffen. In den Momenten des Lebens, in denen man am liebsten aufgeben würde, in einsamen, kalten Stunden, dann wenn man sich nach Liebe und Geborgenheit sehnt. Gerade auch in diesen Situationen ist Gottes Liebe da. Unser Gott ist kein Schönwetter-Gott. Seine Liebe umgibt uns in allen Lebenslagen – bei strahlendem Sonnenschein, Schnee, Regen oder bewölktem Himmel. Mit ihm sind wir immer und überall wetterfest!

„Streck Dich ihr entgegen, nimm sie in dich auf. Sie mag dich verändern, macht das Leben neu. Mag auch manche Wolke zwischen dir und Gottes Liebe sein. Gottes Liebe ist wie die Sonne: Sie ist immer und überall da.“

– so heißt es weiter in dem Kinderlied. In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine sonnige Sommerzeit! Möge Gott Sie und Ihre Lieben mit seiner Liebe umgeben – immer und überall!

Ihre Vikarin Romina Rieder