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"Auf ein Wort" aus dem Kirchenboten Oktober/November 2015

Liebe Gemeinde,

wer hat das noch nicht erlebt, vor allem in diesem Sommer: Sonne pur, Temperaturen von 38° Celsius keine Seltenheit, Dankbarkeit für jedes bisschen Schatten, Abkühlung und Pause, um Kraft zu tanken, um mit seiner Aufgabe weiter machen zu können. Auch im übertragenen Sinn gibt es in unserem alltäglichen Leben solche Situationen, die uns beuteln, als wäre es Hochsommer mit unerträglichen Temperaturen. Zum Beispiel wochenlanger Stress in der Arbeit, man läuft auf Hochtouren, schiebt eine Überstunde nach der nächsten und freut sich über jede Pause, jedes freie Wochenende, das einem wieder Kraft gibt weiter zu machen. Oder in der Schule: Eine Prüfung jagt die nächste und ein Ende ist nicht in Sicht. Da heißt es, sich reinhängen, pauken und büffeln, bis der Kopf raucht. Man will ja schließlich auch gute Ergebnisse haben.

Doch irgendwann braucht der Körper und die Seele eine Pause, um sich nach dieser „heißen“ Zeit „im Schatten“ zu erholen. Gut, wenn wir da nicht alleine sind, sondern auch liebe Menschen um uns haben, die uns unterstützen und für uns da sind und sagen: „Mach mal eine Pause! Du bist ja fix und fertig, so kannst du nicht weiter machen. Ich helfe dir.“ Das schenkt Kraft und Geborgenheit.

Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben! (Psalm 36,8)

Auch Gott will, dass wir uns erholen. Wir haben in dem Schatten seiner Flügel Zuflucht. Was für ein wunderschönes und tröstendes Bild, denn Zuflucht haben ist noch so viel mehr als nur sich zu erholen. Bei Gott sind wir geborgen, wenn wir Angst haben, traurig, kraftlos, rastlos, heimatlos sind oder Überforderung und Ungewissheit uns plagen. Die Güte Gottes ist etwas Besonderes, die er allen Menschen, ohne Ausnahme, zuteilwerden lassen will. Ob alt oder jung, krank oder gesund, auf der Flucht oder Zuhause. Gott schenkt seine Güte aus Liebe und Hingabe allen Menschen auf dieser Welt. Bedingungslos wie ein Vater seinen Kindern. Seit einiger Zeit hören und sehen wir täglich in den Nachrichten von Flüchtlingen, die unter großer Not leiden und von der Überforderung mancher Menschen, die menschenfeindliche Stimmung verbreiten.

Aus diesem aktuellen Anlass haben die Leitenden Geistlichen der evangelischen Landeskirchen in Deutschland im September eine gemeinsame Erklärung zur aktuellen Situation der Flüchtlinge verfasst, in der es im ersten Abschnitt heißt:

„Gott liebt alle seine Geschöpfe und will ihnen Nahrung, Auskommen und Wohnung auf dieser Erde geben. Wir sehen mit Sorge, dass diese guten Gaben Gottes Millionen von Menschen verwehrt sind. Hunger, Verfolgung und Gewalt bedrücken sie. Viele von ihnen befinden sich auf der Flucht. So stehen sie auch vor den Toren Europas und Deutschlands. Sie willkommen zu heißen, aufzunehmen und ihnen das zukommen zu lassen, was Gott allen Menschen zugedacht hat, ist ein Gebot der Humanität und für uns ein Gebot christlicher Verantwortung.“

Es ist eine große Herausforderung, nicht nur für die Menschen da zu sein, die wir kennen und lieben, sondern auch für Menschen aus aller Welt, mit anderen Kulturen und Religionen, die unsere Unterstützung brauchen. Viel Gutes wird zum Beispiel von Kirche und Diakonie schon getan, bei dem wir uns auch engagieren und unterstützen können.

Bei allem, was auf dieser Welt geschieht, können wir uns sicher sein, dass alle Menschen unter Gottes Flügeln Zuflucht haben und Geborgenheit erfahren. Beten wir für die Menschen in Leid und Not und bitten Gott um Kraft und Mut für unsere Aufgabe, für unseren Nächsten einzustehen, dass wir die Hilfe, die wir von Gott und unseren Mitmenschen erfahren, weitergeben.

Herzlichst
Ihre Stefanie Amberger