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KV-Wahl 2018

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"Auf ein Wort" aus dem Kirchenboten Dezember 2015

Liebe Gemeinde,

ein Baby hat Hunger. Bevor es lauthals das Schreien an-fangen kann, kommt die Mutter und gibt ihm sein Fläschchen. Das Baby trinkt sich satt und ist dann zufrieden und glücklich auf dem Arm der Mutter, gluckst und kräht vor Freude. Es jauchzt!

Kinder kommen jubelnd und voller Freude aus der Schule. Auf die Frage, warum sie denn so fröhlich und ausgelassen sind, jauchzen sie: „Juhu! Heute keine Hausaufgaben!“

Auch Erwachsene jauchzen. Eine Frau ist glückliche Oma eines Jungen geworden. Die Geburt ist gut verlaufen. Der Bub und seine Mutter sind wohlauf. Die frischgebackene Großmutter jauchzt vor Freude und erzählt jedem, der ihr begegnet: „Ich bin Oma!“

Wann haben Sie sich das letzte Mal von Herzen gefreut und ganz selbstvergessen jauchzen können? Wann haben Sie – um es gemäß der Erklärung im Duden auszudrücken – Ihrer Freude, Begeisterung durch Rufe, Schreie Ausdruck gegeben, laut gejubelt und damit jemandem Ihren Dank gesagt?

Wir Erwachsenen tun uns mit dem Jauchzen oft ein wenig schwerer und vermutlich kommt es nicht von ungefähr, dass uns in diesem Zusammenhang „Kinder“ einfallen, sei es dass sie selber jauchzen, sei es, dass sie der Grund für das Jauchzen sind. Jauchzen und Kinder gehören irgendwie zusammen. Jauchzende Erwachsene, wir selbst als Jauchzende sind nicht so häufig zu finden.

Im Monatsspruch für den Dezember, den Sie auf der Titelseite lesen können, geschieht etwas ganz und gar unvorstellbares: Berge und Erde jauchzen. Da muss es schon einen überwältigenden Grund zum Jauchzen geben, der auch genannt wird:

Denn der HERR hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden.

Wir sind im Advent und bereiten uns auf Weihnachten vor, eines unserer schönsten Feste. Wir erwarten die Geburt eines Babys und dieses Kind, so paradox es klingt und ist, dieses Kind ist der Retter der Welt. Gott erbarmt sich seiner Erde und kommt zu uns.

Ein Kind ist klein und wehrlos, rührt uns und wir misstrauen ihm nicht. Da sind wir sicher: das will uns nichts Böses. In einem Kind wird Gott Mensch und kommt uns ganz nahe. In ihm will er unsere Herzen gewinnen, unser Zutrauen und uns zeigen, dass er uns Menschen von Herzen liebt. So tröstet Gott sein Volk und erbarmt sich seiner Elenden. Da jauchzen nicht nur Berge und Erde, da werden wir in Advents- und Weihnachtsliedern aufgefordert, beim Jauchzen auch mitzumachen.

Auf der anderen Seite erleben wir in dieser Welt viel Elend, sind selber oft nicht getröstet, sehen keinen Grund zum Jauchzen. In dieser Spannung leben wir und es ist nicht immer einfach, diese Spannung auszuhalten und zu ertragen. Wir feiern Advent und besinnen uns darauf, dass wir dem Elend etwas entgegensetzen können, unserem eigenen und dem Elend in der Welt. Wir schauen auf den, der sich der Welt, der sich unser erbarmt und uns tröstet.

Als Getröstete können auch wir den Elenden beistehen und uns ihrer erbarmen, sei es in unserem persönlichen Umfeld, sei es in der Welt. Wenn Sie diesen Kirchenboten durchblättern, finden Sie  einige Möglichkeiten.

Eine gesegnete Adventszeit und immer wieder Momente, wo Sie jauchzen können, wünscht Ihnen

Ihre Pfarrerin Andrea Möller