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KV-Wahl 2018

KVWahl2018

"Auf ein Wort" aus dem Kirchenboten März/April 2016

Jesus Christus spricht:

Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt.

Bleibt in meiner Liebe!

Johannes 15, 9

Liebe Gemeinde,

geht es Ihnen auch manchmal so, dass Sie ein Bibelwort hören oder lesen und sofort eine recht genaue Vorstellung

haben, was damit gemeint ist?

Bei mir war es so, als ich den Monatsspruch für den März aus dem Johannesevangelium gelesen habe. Direkt werden wir hier aufgefordert „bleibt“ und sofort ist bei mir die Ermahnung angekommen, Jesus als Vorbild zu sehen und so wie er anderen Menschen mit Liebe zu begegnen. Gleich waren bei mir auch die Gedanken und Fragen, wie das geschehen kann, wie ich das umsetzen kann. Und natürlich ist mir auch eingefallen, wann mir das schwer fällt und wo mir das ganz und gar nicht gelingt. Ich muss zugeben, dass es mir nicht immer leicht fällt, diesem Anspruch gerecht zu werden.

Als ich dann diese Worte noch einmal gelesen habe, ist mir aufgegangen, dass meine Phantasie - obwohl meine Gedanken sicher nicht total falsch waren – ein wenig mit mir durchgegangen ist. Hier steht eigentlich nichts von „Liebet eure Mitmenschen, wie auch ich es getan habe“, sondern es steht da Bleibt in meiner Liebe! Hier wird nicht ein Anspruch an uns gestellt, sondern es wird uns ein Zuspruch gegeben. Wir werden an die Liebe erinnert, mit der uns Jesus begegnet.

Seine Liebe zu uns hat Jesus ans Kreuz geführt. Jetzt in der Passionszeit gehen wir seinen Weg dahin mit. Nicht die Aufforderung „macht“ steht im Vordergrund, sondern die Ermunterung „Bleibt doch in meiner Nähe, wo ihr Liebe erfahrt; bleibt bei mir, wo ihr nicht irgendetwas leisten oder aufweisen müsst, um anerkannt zu sein.“

Wo wir Liebe erfahren, können wir auftanken; die Liebe tut uns gut, lässt uns aufblühen, gibt uns Mut und Freude am Leben. Wie gut tut uns die Liebe von uns nahen Menschen, seien es die Eltern, die Kinder, die Enkel, sei es der Partner, die Partnerin, seien es liebe Freunde. Jesus will uns Liebe schenken und ermuntert uns, in seiner Liebe zu bleiben, uns seine Liebe schenken zu lassen. Nicht immer fällt es uns leicht, dass wir uns lieben lassen. Auch Gottes Liebe können wir oft nicht ohne weiteres annehmen, vielleicht weil wir uns selber immer wieder für so wenig liebenswert halten. Aber wenn wir das „Du bist geliebt“ für uns gelten lassen, dann stärkt uns das, gibt uns Halt und Geborgenheit. Wunderbar ist das in dem Kinderlied „Meinem Gott gehört die Welt“ ausgedrückt:

Lieber Gott, du bist so groß,

und ich lieg in deinem Schoß

wie im Mutterschoß ein Kind;

Liebe deckt und birgt mich lind.

Leb ich, Gott, bist du bei mir,

sterb ich, bleib ich auch bei dir,

und im Leben und im Tod

bin ich dein, du lieber Gott!

EG 408, 5 und 6

Jesus wusste sich selbst so von seinem, von unserem himmlischen Vater geliebt. Er hat aus dieser Liebe gelebt; diese Liebe hat ihm Kraft gegeben für den Weg ans

Kreuz. Wenn ich es recht bedenke, ermuntert uns dieser Monatsspruch doch, uns Jesus als Vorbild zu nehmen, nämlich dass wir uns Gottes Liebe gefallen lassen und auf sie vertrauen, wie Jesus Christus es getan hat.

Eine gesegnete Passionszeit und dann ein frohes Osterfest, an dem Sie in den Jubel über Jesu Auferstehung einstimmen können, wünscht Ihnen

Ihre Pfarrerin Andrea Möller