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KV-Wahl 2018

KVWahl2018

"Auf ein Wort" aus dem Kirchenboten Oktober/November 2016

Liebe Gemeinde, „Ich gehöre dazu …“, so war das Thema unserer Konfirmandenfreizeit.

Es ist für uns Menschen ganz wichtig, dass wir dazuge-hören, ob das nun die Familie, ein Verein, eine Dorfge-meinschaft oder eine Konfirmandengruppe ist. Wo wir dazugehören, sind wir willkommen und werden aufgenommen. Wir sind nicht fremd, sondern kennen uns aus, begegnen Menschen, die uns vertraut sind. Das gibt uns Sicherheit und Geborgenheit. Die Erfahrung, nicht dazu zu gehören, ausgeschlossen zu sein, hat wohl jeder schon gemacht. Es ist gar nicht schön, wenn einem gesagt wird: „Wir wollen dich nicht dabei haben; du gehörst nicht zu uns.“ Eine Ahnung, wie es ist nicht dazu zu gehören, bekommen wir gerade auch durch die vielen Menschen, die auf der Flucht sind.

„Ich gehöre dazu …“ ist nur die Hälfte des Themas. Vollständig lautete es: „Ich gehöre dazu – ich bin getauft.“ Durch unsere Taufe gehören wir zur Gemeinde, zur Kirche, zu Gott. Über die Taufe haben wir uns auf der Freizeit Gedanken gemacht. Die nebenstehende biblische Geschichte, in der der Finanzminister aus Äthiopien getauft wird, hat uns begleitet. Folgende Erklärung zur Taufe wurde von den Konfirmanden formuliert: Die Taufe ist das erste Bündnis im Christentum mit Gott und der Gemeinde. Die Eltern sagen „ja“ und entscheiden sich dafür, ihr Kind im christlichen Glauben zu erziehen. Als Helfer oder nächste Anlaufstelle oder wenn man zum Beispiel etwas mit den Eltern nicht besprechen möchte, werden die Paten von den Eltern gewählt. Bei der Taufe wird dem Baby, Kind oder Erwachsenen vom Pfarrer drei Mal Wasser über den Kopf gegossen als Zeichen für die Dreieinigkeit Gottes. Später darf sich der Täufling selber entscheiden, ob er auch wirklich zur Gemeinde dazugehören will.

Wie in jedem Jahr sind die Konfirmanden in unserer Kirche auf einem Plakat zu sehen. Auf einer Sprechblase mit ihrem Bild und ihrem Name haben sie formuliert, warum sie dazugehören. Da ist zu lesen:

… weil ich Halt und Geborgenheit in der Gemeinde finde.
… weil ich konfirmiert werde.
… weil ich an Gott glaube und mich geborgen fühle - oder auch mit Einschränkung -
… weil ich manchmal an Gott glaube.
… weil ich dazugehören will.

Weil die neuen Konfirmanden dazugehören wollen, haben sie sich für die Konfirmation angemeldet. Die Voraussetzung, dass wir zu Gott und zur Gemeinde gehören, ist nicht ein felsenfester Glaube, der über jeden Zweifel erhaben ist, sondern es ist der Wille, sich miteinander auf den Weg zu machen, um mehr über Gott, den Glauben und die Kirche zu erfahren und auch um miteinander den Glauben zu leben.

Nicht genannt wurde bei den Antworten der Konfirmanden

… weil Gott zu uns in der Taufe sagt: „Du bist mein liebes Kind; dir gilt meine ganze Liebe.“ Diese Antwort würde ich unbedingt ergänzen.

Wünschen wir unseren neuen Konfirmanden, dass sie eine gute Konfirmanden-zeit haben, dass sie weiterhin dazugehören wollen und dass sie an ihrer Konfir-mation auf die Frage: „Wollt Ihr unter Jesus Christus, unserem Herrn, leben, im Glauben an ihn wachsen und in seiner Gemeinde bleiben?“ gerne „Ja“ sagen.

Es grüßt Sie Ihre Pfarrerin Andrea Möller

Ein Mann aus Äthiopien war nach Jerusalem gekommen, um dort die jüdische Religion zu studieren. Er war der Finanzminister der äthiopischen Königin. Doch als er in Jerusalem in den Tempel gehen wollte, wurde ihm als Nicht-Juden der Zutritt verwehrt. Damit er nicht umsonst gekommen war, kaufte er vor dem Tempel noch eine Schriftrolle. Er hoffte, darin etwas zu finden, was ihm weiterhelfen könnte. Nun saß er wieder in seinem Reisewagen und las laut aus dieser Rolle Worte des Propheten Jesaja. „Verstehst du auch, was du da liest?“ Erschreckt schaute der Finanzminister auf. Da lief jemand neben seinem Wagen her. „Wie kann ich es, wenn es mir niemand erklärt? Wer ist hier gemeint?“ und er bat seinen Begleiter zu sich in den Wagen. „Ich heiße Philippus“, sagte der Fremde und erzählte ihm von Jesus. Der Finanzminister hörte immer aufmerksamer zu: Das war es, was er in Jerusalem gesucht hatte. Während sie auf der Straße dahinfuhren, kamen sie an eine Wasserstelle. Da ließ der Finanzminister anhalten und sagte: „Da ist Wasser. Ich möchte auch zu diesem Jesus gehören. Spricht etwas dagegen, dass ich mich taufen lasse?“ Beide stiegen aus, gingen zum Wasser, und Philippus taufte ihn. Der Minister sprang nach der Taufe auf seinen Wagen und setzte fröhlich vor sich hin pfeifend seinen Weg fort.     Nach Apostelgeschichte 8, 26-39