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KV-Wahl 2018

KVWahl2018

"Auf ein Wort" aus dem Kirchenboten Januar/Februar 2017

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.

Ezechiel 36,26

Liebe Gemeinde!
Es ist schon einige Jahre her, als ich im Rahmen meiner Krankenhaus-Seelsorge-Ausbildung regelmäßige Besuche auf einer kardiologischen Station machte und dabei auch ein Männerzimmer aufsuchte. Dort waren drei Betten verwaist und im vierten lag ein kleiner alter Mann. Dieser bat mich, nachdem ich mich vorstellte, an sein Bett und begann sofort zu erzählen. Von seinem Leben und seiner gesundheitlichen Situation. Große Angst hatte er vor einer bevorstehenden Herz-Operation, große Angst, dass er nicht mehr aus der Narkose aufwache, und noch größere Angst, dass er sich nicht mehr mit seiner Tochter versöhnen könne. Vor vielen Jahren hatten sie einen großen Streit, der soweit ging, dass sie sich entzweiten. Die Gründe dafür konnte er gar nicht mehr benennen. Doch sie gingen im Zorn auseinander und hatten seither keinen Kontakt mehr. Er war lange Zeit wütend, enttäuscht und uneinsichtig und nach all den vielen Jahren merkte er, dass sein Herz hart wie Stein wurde. Seine Tochter war Vergangenheit geworden. Doch als seine Frau starb, war er plötzlich sehr allein und einsam. Dann kam die erschreckende Diagnose: „Sie müssen am Herzen operiert werden, sonst leben sie nicht mehr lange.“, darüber kam er ins Überlegen. Viele Nächte lag er wach, grübelte, was er so falsch gemacht hat in seinem Leben, aber auch viele schöne Erinnerungen kamen ihm in den Sinn. Und eine große Sehnsucht erfüllte ihn und sein Herz fing an zu brennen. „Ich möchte mich mit meinem Kind versöhnen“ - das war zu seinem Herzenswunsch geworden. Die Tochter wurde auf seine Bitten hin von einer Nachbarin über seinen Zustand verständigt, aber sie war noch nicht gekommen. Und da lag nun der alte Mann in seinem Bett und weinte wie ein Kind. Längst bat er doch Gott um Vergebung und Veränderung, längst hatte er seine Sturheit bereut, längst hoffte er, dass seine Tochter auch ihm vergeben könne, längst - doch seine Tochter kam nicht. Ich hörte zu und am Ende seiner Erzählung nahm ich seine Hand und wir beteten.

Die Jahreslosung für das neue Jahr aus dem Buch des Propheten Hesekiel beschreibt genau so eine Situation, wie sie mir von dem alten Mann geschildert wurde. Aus einem steinernen Herzen wurde ein lebendiges, eines das sehen, hören und fühlen kann.

Gott sagt: „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“

Ja, damit ist das Innerste des Menschen gemeint. Die Schaltstelle des menschlichen Wesens. Und es geht um Veränderung von Grund auf. Aber das kann ich nicht selbst. Das kann nur Gott! Wer sich Jesus Christus, Gottes Sohn, anvertraut, der bekommt ein neues Herz und einen neuen Geist. Der kann neu anfangen. Durch die Veränderung kann unser Leben Früchte tragen.

Als ich drei Wochen später wieder auf Station kam, begegnete ich dem alten Mann wieder. Diesmal leuchteten seine Augen, denn seine Tochter hatte ihn be-sucht. Ein Neuanfang war gemacht.

Ich glaube fest daran, wer sein Herz mit Jesu teilt, dessen Herz verändert sich.

Uns Allen wünsche ich ein reich gesegnetes Neues Jahr.
In herzlicher Verbundenheit,
Ihre Iris Jackwerth

Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist. Verwirf mich nicht, vor deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Erbarme dich, Herr, erbarme dich.

Psalm 51, 12 und 13