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"Auf ein Wort" aus dem Kirchenboten April/Mai 2017

Liebe Gemeinde, was fällt Ihnen ein, wenn Sie „Kirche“ hören? Das werden vermutlich zuallererst unsere beiden Kirchen sein. Die Auferstehungskirche haben wir ja zurzeit wegen der Dachsanierung besonders im Blick. In diesen Tagen wird dafür das Gerüst aufgestellt. Gut, dass wir unsere Kirchen haben. Es ist wichtig, dass wir einen Ort haben, wo wir uns Gott in besonderer Weise nahe wissen, einen Ort, wo wir darauf vertrauen, dass hier Gott selber wohnt. Sicher kann Gott uns überall nahe kommen, aber Kirchen helfen uns, dass wir uns für Gott öffnen und uns von seiner Gegenwart erfüllen lassen. Gerne gehen wir in Kirchen für ein Gebet, für einen Moment der Besinnung. Das kann hier vor Ort sein – die Auferstehungskirche ist in der Regel geöffnet -, das kann eine der großen Kirchen in der Stadt sein. Das kann aber auch im Urlaub sein, wenn wir eine Kirche zuerst einmal wegen ihrer Kunstschätze besichtigen und dort dann auch zur Ruhe kommen.

Bei dem Wort „Kirche“ kann einem auch die Institution Kirche einfallen, zu der wir als Ortsgemeinde auch gehören. Vielen fällt dann vielleicht auch die Kirchensteuer ein, die oft kritisiert wird und wegen der viele Menschen in unseren Tagen aus der Kirche austreten. Die Argumentation ist oft, dass man doch auch glauben kann, ohne dafür zu zahlen. Das ist selbstverständlich richtig. Aber mit Hilfe der Kirchensteuer werden u.a. die Haupt- und nebenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Gemeinden finanziert. Damit werden gute Voraussetzungen für ein Gemeindeleben vor Ort, für die Weitergabe von Traditionen geschaffen, dafür, dass der Glaube Gestalt gewinnen kann. Und vergessen wir nicht, von der Institution Kirche, der Landeskirche, bekommen wir auch einen nicht unerheblichen Zuschuss zur Sanierung unseres Kirchendaches.

Auch das Pfingstfest, an dem wir den “Geburtstag der Kirche“ feiern, kann einem in den Sinn kommen. Damals, am ersten Pfingstfest, war der Heilige Geist zu den Jüngern gekommen und durch den Heiligen Geist bekamen sie Mut, von Jesus zu erzählen. Ihre Predigt war so begeisternd, dass viele Menschen auch zu Jesus gehören wollten und sich taufen ließen. Die erste christliche Gemeinde ist entstanden. Wir als evangelische Kirche in Fischbach sind eine ihrer Nachfahren. Was Kirche zur Kirche macht, das ist eigentlich ganz einfach, so beschreibt es zumindest Martin Luther in den Schmalkaldischen Artikeln: „Es weiß gottlob ein Kind von 7 Jahren, was die Kirche sei, nämlich die heiligen Gläubigen und die Schäflein, die ihres Hirten Stimme hören.“ Kirche, ja heilige Gläubige, sind wir, wo wir auf Gott vertrauen und das Wort von Jesus Christus hören.

Viele Überlegungen gibt es, wie die Kirche in die Zukunft gehen kann, wie es mit ihr bei sinkenden Mitgliederzahlen weitergehen wird. Sicher, darüber müssen wir uns Gedanken machen. Aber die Überlegungen und der Blick in die Zukunft sollen nicht von Sorgen bestimmt sein, sondern von der Zuversicht. Denn – so sagt Martin Luther: Wir sind es doch nicht, die da die Kirche erhalten können. Unsere Vorfahren sind es auch nicht gewesen. Unsere Nachfahren werden’s auch nicht sein, sondern der ist’s gewesen, ist’s noch und wird’s sein, der da sagt: „Ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Den Geburtstag der Kirche feiern wir miteinander am Pfingstsonntag, am 4. Juni, im Gottesdienst in unserer Auferstehungskirche und beim anschließenden Kirchenkaffee, am Pfingstmontag, 5. Juni, in einem ökumenischen Gottesdienst zusammen mit den Gemeinden Altenfurt und Moorenbrunn an der Rundkapelle in Altenfurt.

Auf ein Wiedersehen in der „Kirche“, sei es in der Auferstehungs- oder Marienkirche, sei es an der Rundkapelle, sei es in der Gemeinde, freut sich

Ihre Pfarrerin Andrea Möller