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"Auf ein Wort" aus dem Kirchenboten Juni/Juli 2017

Liebe Gemeinde!
„… der guten Mär bring ich so viel, davon ich singen und sagen will“, so dichtet Martin Luther in dem bekannten Weihnachtslied Vom Himmel hoch, da komm ich her. Diese Worte sind wie ein Programm in Luthers Leben und Wirken. Mit der guten Mär meint Luther nicht wie in unserem heutigen Sprachgebrauch eine Geschichte, die nicht wahr ist.

Die gute Mär ist das Evangelium von Jesus Christus. Weil Gott uns liebt, wird er in Jesus ein Mensch wie wir. Er will uns nahe sein. Und nichts, auch keine Schuld, nicht einmal der Tod, kann uns von Gottes Liebe trennen. Seine Liebe können wir uns nicht verdienen - und müssen es auch nicht. Das einzige, was wir Menschen tun können, ist, dass wir uns Gottes Liebe gefallen lassen und auf Gott vertrauen.

Luther hat das nach jahrelangem Studieren der Bibel erkannt. Viel hat er gebetet, gezweifelt und um die Wahrheit gerungen und es war ihm ein Herzensanlie-gen, diese frohe Botschaft, die gute Mär weiterzusagen. Dafür hat er sich mit der Kirche und den weltlichen Herrschern seiner Zeit angelegt. Nicht einmal der Kirchenbann und die Reichsacht haben ihn zum Schweigen bringen können. Damit die Menschen die Bibel selber lesen und verstehen können, hat er sie ins Deutsche übersetzt. Die gute Mär hat er den Menschen auch durch seine Lieder weitergegeben.

Die Musik war für Luther etwas ganz besonderes und wichtiges, weil er wusste, dass sie die Menschen noch direkter und intensiver erreichen kann als nur das gesprochene Wort. Er war dankbar für diese „Gabe Gottes“ und sagte: Die Musica ist die beste Labsal einem betrübten Menschen, dadurch das Herze wieder zufrieden, erquickt und erfrischt wird. Gegen die dunklen Gedanken hilft nach Luther die Musik und weil er den Teufel als einen traurigen, sauren Geist kennengelernt hat, der nicht leiden kann, dass ein Herz fröhlich ist, empfiehlt er Kartenspiel, Musik und Geselligkeit als Gottesgaben. Von dunklen Gedanken und Zweifeln wurde Luther immer wieder gequält und hat selber erfahren, wie er durch die Musik, durch das Singen der guten Mär wieder froh wurde.

Gott redet zu uns in Liedern und gleichzeitig kann in ihnen auch unsere Antwort auf die frohe Botschaft hörbar werden. In seiner Torgauer Kirchweihpredigt sagt Luther: … denn dass unser lieber Herr selbst mit uns rede durch sein heiliges Wort, und wir wiederum mit ihm reden durch Gebet und Lobgesang. Wir loben und preisen Gott; aber auch die Klage hat ihren Platz in den Liedern. Mit unserer Klage wenden wir uns an Gott und das ist ja schon ein erster Schritt, dass es uns ein wenig leichter ums Herz ist. Wir können jemandem sagen, was uns belastet.

Etwa 45 Lieder schrieb Luther und nutzte meist bereits vorhandene Melodien. 

Am 9. Juli feiern wir – nun schon zum 5. Mal – das Fest der Kirchenmusik, das unsere kirchenmusikalischen Chöre und Kreise für und mit uns gestalten. Von der guten Mär wollen sie uns singen und spielen und wir wollen in das Lob Gottes mit einstimmen.

Lassen Sie sich für diesen Tag einladen und Sie werden erleben, wie Sie durch die Musik und die Geselligkeit erquickt und erfrischt werden.

Auf Wiedersehen bis spätestens beim Fest der Kirchenmusik
Ihre Pfarrerin Andrea Möller