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"Auf ein Wort" aus dem Kirchenboten September/Oktober 2017

Liebe Gemeinde!

Martin Luther – am 10. November 1438 in Eisleben geboren und am 18. Februar 1546 auch dort gestorben - ist wohl die einflussreichste Persönlichkeit der Reformation, deren Wirken kirchengeschichtliche und weltgeschichtliche Bedeutung gewann.

Als zu den Augustiner Mönchen gehörender Theologieprofessor sah er in Gottes Gnadenzusage und in der Rechtfertigung durch den Glauben das Wesen des christlichen Glaubens. 1517 verfasste Luther seine 95 Thesen, die sich kritisch mit dem damaligen Ablasshandel auseinandersetzten und 1521 übersetzte Luther das Neue Testament in die deutsche Sprache. Diese Bibelübersetzung wurde in großer Auflage verbreitet und dann mit dem Alten Testament (übersetzt 1534) zusammen zur bekannten Lutherbibel.

Viele Jahre war er im Kontakt mit seinem Landesherrn, der ihm einmal etwas Besonderes, Außergewöhnliches schenken wollte. Gemeinsam entwickelten sie eine Rose, die zum Zeichen der Reformation wurde. 1530 schenkte Kurfürst Johann Friedrich I. Martin Luther einen Siegelring mit der „Lutherrose“. Von da an wurden alle Schriften Luthers mit diesem Siegel versehen.
Martin Luther beschreibt die Lutherrose in einem Brief so:


„Das erste sollte ein Kreuz sein, schwarz im Herzen, das seine natürliche Farbe hätte, damit ich mir selbst Erinnerung gäbe, dass der Glaube an den Gekreuzigten mich selig macht. Denn so man von Herzen glaubt, wird man gerecht. Solch Herz aber soll mitten in einer weißen Rose stehen, anzeigen, dass der Glaube Freude, Trost und Friede gibt. Darum soll die Rose weiß und nicht rot sein; denn weiße Farbe ist der Geister und aller Engel Farbe. Solche Rose steht im himmelfarbenen Feld, dass solche Freude im Geist und Glauben ein Anfang ist der himmlischen Freude zukünftig. Und um solch Feld einen goldenen Ring, dass solche Seligkeit im Himmel ewig währet und kein Ende hat und auch köstlich ist über alle Freude und Güter, wie das Gold das edelste, köstlichste Erz ist.“

Die Farben der Lutherrose spiegeln sich auch in den Paramenten wider, die auf dem Altartisch und von der Kanzel hängen. Die Farbe Rot ist nicht nur Symbol der Liebe, vor allem ist sie das Symbol des Heiligen Geistes. Am Ewigkeitssonntag werden z.B. weiße Rosen auf die Gräber gelegt, als Zeichen dafür, dass Liebe stärker ist als der Tod. Denn die Farbe Weiß weist auf Christus und drückt Freude aus.

Ich glaube, es ist lohnenswert sich das Bild der Lutherrose einzuprägen. Einzuprägen mit all ihren prächtigen Farben und Formen und der Bedeutung des Glaubens. Freude, Trost und Friede - das sind Gottes Geschenke an uns Menschen. Daran dürfen wir uns freuen, darauf dürfen wir hoffen.

500 Jahre Reformation feiern wir in diesem Jahr. Gedenken des Mannes, der so viel für das Verständnis über den Glauben an den dreieinigen Gott uns Menschen nahe gebracht hat. Der uns gesagt hat, der uns daran erinnert, dass Gott LIEBE ist. Mögen wir diese immer wieder neu erfahren.

In herzlicher Verbundenheit,
Ihre Iris Jackwerth
Vertrauensfrau des Kirchenvorstandes