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"Auf ein Wort" aus dem Kirchenboten April/Mai 2018

Liebe Gemeinde,

in den letzten Wochen habe ich mit den SchülerInnen meiner 4. Klasse über das Thema Tod und Sterben gesprochen und vor allem darüber, was denn danach kommt. Schnell wurde klar, dass es keine Einigung geben wird. Jeder hat da seine eigene Vorstellung. Oft wurden Dinge genannt, die man hier auf der Erde vermisst, die eine Sehnsucht auf etwas zeigen das man nicht hat. Z.B. dass es Frieden gibt, jeder das hat, was er braucht. Dass jeder ein Zuhause hat und Menschen die einen Lieben. Dass man Freude hat und nicht nur geschimpft oder ausgegrenzt wird.

Was für tolle Gedanken! Bei all der Angst und der Trauer, der Wut und dem Gefühl allein zu sein, die Verluste in uns auslösen können, gibt es doch eine Hoffnung auf etwas, das wir nicht sehen, das wir nicht mit Sicherheit beschreiben können.

Auch unsere Konfirmanden/innen machen sich viele Gedanken darüber, wie Gott ist, wie der Glaube funktioniert. Ob sie das, was sie in der Bibel von Jesus und der Auferstehung, Gott und dem Heiligen Geist hören tatsächlich Glauben können. Sie haben überlegt, was den Glaubenausmacht und woran der Glaube sichtbar wird. Es ist schwer an etwas zu glauben, das man nicht sieht, und Zweifeln und Fragen spielt eine große Rolle.

An dieser Frage verändert sich der Glaube, kann er aber auch wachsen und sich für das Leben festigen?

Überlegen wir uns doch mal, wie das bei anderen Bereichen in unserem Leben ist.

Wir hoffen darauf von unserer Familie und unseren Freunden geliebt zu werden, gehalten zu sein in allen Nöten, Vergebung zu erlangen für unsere Fehler. Das alles können wir nicht sehen, sind aber zuversichtlich und hoffen darauf, dass es geschehen kann. Umso mehr freuen wir uns, wenn wir uns nach einem Streit versöhnen und Menschen uns beistehen, wenn wir einsam sind.
Im Hebräerbrief schreibt es Paulus so:

„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ (Heb. 11, 1)

Das ist schon eine gewaltige Aufgabe und Herausforderung. Aber wie kommen wir zu dieser Zuversicht, zu diesem Hoffen auf das was wir nicht sehen, nicht greifen können. Nicht mehr zweifeln müssen an dem was uns versprochen wurde.

Ist es nicht eine regelmäßige Übung in der Auseinandersetzung mit den Texten der Bibel und dem Gespräch mit Menschen, denen es genauso geht wie mir? Sehen und erleben zu können, wie der Glaube einem Halt und Kraft gibt, besonders dann, wenn etwas nicht so eintritt, wie man es sich gewünscht hat.

In den Gesprächen mit Kindern, Ju-gendlichen und Erwachsenen wurde mir eines ganz deutlich: die Kirche, die Ge-meinschaft der Christen und Gottes Heiliger Geist machen es möglich, dass unser Glaube standhaft ist.

Wichtig ist doch nicht aufzugeben, denn dann kann auch schon jetzt und hier auf Erden in unserem Leben etwas aufblühen von dem, was wir erhoffen. Dann beginnt mitten im Leben etwas Neues und verändert unsere Sicht, dann haben wir schon jetzt ein Stück Himmel auf Erden.

Herzlichst, Ihre Jugendreferentin
Stefanie Amberger