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"Auf ein Wort" aus dem Kirchenboten Juni/Juli 2018

Liebe Gemeinde!
In einem Lied von 1968, gesungen von Ella Fitzgerald, heißt es:

 „Summertime, and the livin´ is easy“.

Übersetzt heißt dies etwa: Es ist Sommer und das Leben ist leicht.

Das Lied erzählt uns von der Leichtigkeit sommerlichen Lebens, eine Leichtigkeit zunächst in der äußerlichen Lebensweise.

Die Sonne scheint, es ist warm, der Himmel ist in ein wunderbares Blau getaucht und nur ein paar Schleierwol-ken schweben duftig über uns. Alles grünt und blüht, die Abende sind lang, hell und warm, die Luft ist gefüllt vom Zirpen der Grillen. Wir können vieles im Freien tun und erleben was sonst in Wohnungen und Häusern eingeschlossen ist.

Wir Menschen sehnen uns nach einer Oase sommerlichen Lebens, sommerlicher Leichtigkeit und suchen sie im lange geplanten Jahresurlaub. Aber es geht wohl um mehr als die äußere Leichtigkeit von Sommer, Sonne und Urlaub. Unsere Her-zen sehnen sich nach einer tiefer gehenden Leichtigkeit. Wir sind doch stets auf der Suche nach Lösungen von Problemen und Sorgen, wir hoffen auf Beruhigung und Entspannung von belastenden Zwängen des Alltags, nach der Ungezwungen-heit eines sinnerfüllten Lebens. Gerade dies verspricht uns Jesus: “So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen“. Es geht dabei aber nicht um ein träges Nichtstun, sondern um eine erfüllte Ruhe im Einklang mit sich selbst. Im Buch Mose heißt es: “Gott ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte“. Es ist ein Ruhen in Freude, Schönheit und sinnvoller Selbstzufriedenheit mit dem eigenen gelebten Leben. Ich denke, diese Ruhe, dieser Frieden ist für viele von uns die ersehnte sommerliche Leichtigkeit.

Christus sagt: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht“. Er möchte uns helfen das wunderbare Ziel der Ruhe und des Friedens zu erreichen. Wenn wir die innere Haltung Jesu erspüren, auf seine Güte und Barmherzigkeit hören, können wir den Weg zur Ruhe in unseren Seelen finden. Solche Ruhe, die aus der Gelassenheit, Liebe und Sanftmütigkeit kommt, nicht krampfhaft das eigene und das Leben der anderen in Prinzipien pferchen zu wollen, sondern wie Jesus aus einem gütigen Herzen zu leben und auch zu lieben. In dieser Ruhe, diesem Frieden kann unser Leben dann, im tieferen Sinn, ganz leicht sein. Wir genießen die süße Abendluft der Sommerzeit, unsere Seele schwingt dann in Gottes Gegenwart wie in einem Schaukelstuhl im Garten.

Wer Gottes Angebot annimmt, erfährt einen heilenden Frieden von seinen Ängsten, Sorgen und Nöten. Die Begegnung mit Jesus verschafft uns einen gesunden Augenblick. Wenn wir mit den Augen des Herzens sehen, werden wir aufmerksam für so manche Mauern die uns den Weg versperren und versuchen dahinter zu schauen. Leben kann doch so viel mehr sein als tagein und tagaus zu funktionieren.

Veränderungen geschehen meist langsam, sie lassen sich nicht übers Knie brechen und das ist gut so. Denn, wer die Einladung Jesu annimmt, der wird so manche Entscheidung anders treffen und auf Dauer manche Dinge auch anders sehen. „Ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen“, lautet die Verheißung Jesu. Die Seele sehnt sich nicht nach einem Leben in Äußerlichkeiten. Die Seele verlangt nach dem Leben in Ruhe und Liebe, das Erfüllung schenkt und von dessen Sinn wir auch nach längerem Nachdenken noch überzeugt sind. Insofern bestimmen nicht mehr andere wie wir zu leben haben. Dann leben wir!

Uns allen wünsche ich eine erholsame und sinnerfüllte „Summertime“.

In herzlicher Verbundenheit,
Ihre Iris Jackwerth, Vertrauensfrau