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"Auf ein Wort" aus dem Kirchenboten Februar / März 2019

Liebe Fischbacher!

Eine alte Geschichte aus Nordafrika erzählt von einem Vater mit seinen drei Söhnen und 17 Kamelen. Er machte sein Testament und verteilte die Kamelherde an seine Söhne folgendermaßen: Der älteste Sohn sollte die Hälfte, der Zweite ein Drittel und der Jüngste ein Neuntel der Herde erhalten. Doch wie teilt man 17 durch zwei, durch drei, durch neun? Wie die Söhne das Problem auch angingen, sie kamen zu keiner Lösung.

Da kam ein Fremder des Wegs, die Brüder winkten ihn herbei. Er stieg von seinem Kamel und setzte sich zu ihnen. Sie erzählten ihr Problem und baten um Rat und Hilfe. Der Fremde hatte eine Idee: Er schenkte den drei Brüdern sein eigenes Kamel. Jetzt hatten sie 18 Kamele. Die Hälfte waren neun, ein Drittel sechs, ein Neuntel zwei: macht zusammen 17. Es blieb also noch ein Kamel übrig. Das gaben die drei dem Fremden zurück, der damit weiterzog.

Offensichtlich gibt es für manche, scheinbar schwierige Probleme oft eine überraschend einfache Lösung, wenn man nicht nur um sich selbst kreist und nur die eigenen Möglichkeiten bedenkt.

Oft hilft es, wenn man sich jemandem anvertraut, jemandem von außerhalb, der nicht direkt betroffen ist, der nicht verstrickt ist in die verfahrene Situation, der keine eigenen Interessen in einem Konflikt hat. Ich habe es schon oft erlebt, wie wohltuend es sein kann, wenn ich jemanden finde, im Freundeskreis, unter Kollegen oder in der Gemeinde, mit dem ich über das reden kann, was mich bedrückt oder ärgert. Meistens brauche ich dann nicht unbedingt einen Rat, oft sehe ich selber klarer, während ich erzähle.

Wir als Christen, als Gemeinde haben es da natürlich besonders gut. Bei uns in Fischbach finden wir immer jemanden, der uns zuhört. Das muss nicht unbedingt der Pfarrer sein, auch wenn der dafür natürlich in ganz besonderer Weise da ist.

Ich möchte Ihnen einfach Mut machen: Wenn Sie Probleme in Ihrer Ehe haben, wenn Sie überfordert sind bei der Erziehung Ihrer Kinder, wenn Sie keine Freude am Leben mehr haben oder wenn Sie einfach einsam sind: Suchen Sie sich jemand, der Ihnen zuhört. Oder sprechen Sie mit unserem Herrn Jesus Christus. Bei ihm können wir unsere Sorgen und Ängste abladen, im Gebet und in der Beichte. Er hört uns zu, ganz sicher. Das hat er uns versprochen.

Es grüßt Sie

Johannes Häselbarth