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Februar 2008

Liebe Leser,

ein Mann, Mitte 50, hatte einen Schlaganfall und kam mit Blaulicht ins Krankenhaus. Lange musste er dort bleiben, wochenlang. Er war halbseitig gelähmt. Die Sprache blieb weg. Manchmal hatte er das Gefühl, er hätte keine Zukunft mehr, der Lebensmut verließ ihn. In manchen Augenblicken wollte er sich sogar das Leben nehmen. Aber mitten in seiner Hoffnungslosigkeit erinnerte er sich an seinen Konfirmationsspruch aus Psalm 23 "Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln". Dieser 23. Psalm war ihm noch gut im Gedächtnis. Immer wieder betete er ihn. Das gab ihm Kraft und half ihm durchzuhalten.

Irgendwann war er dann auf Reha. Dort kam allmählich die Sprache wieder und er konnte das rechte Bein wieder etwas bewegen, auch in seiner Hand hatte er wieder etwas Gefühl. Aber so wie vorher war es nicht. Als er wieder nach hause kam, besuchte ihn mehrmals der Pfarrer. Sie feierten gemeinsam Abendmahl. Der Mann fasste wieder neuen Mut. Seine Kräfte nahmen zu. Nachdem weitere Wochen vergangen waren, konnte er sogar wieder zur Arbeit gehen, trotz der eingeschränkten Bewegungsfähigkeit.

Viele haben gefragt: "Warum hat er die Hoffnung nicht aufgegeben? Wie hat er das alles ausgehalten, ohne mit seinem Schicksal zu hadern? Woher kam diese Zuversicht?" Noch vor etwas mehr als einem Jahr hat jeder gesagt: "Das geht nicht mehr lange gut mit ihm." Die meisten hatten ihn schon aufgegeben. Doch dann kam die Wende. Er fasste wieder Lebensmut. So dass er sogar wieder in Urlaub fährt und an Kursen teilnimmt. Woher also die Kraft? Ein Wunder war's bestimmt nicht, obwohl manche das so sehen. Eines aber ist sicher: Er hat eine große Hoffnung und die machte er fest an Gott. Diese Hoffnung ließ ihn wieder Licht sehen. Diese Hoffnung war für ihn wie ein Loch in einem Zaun. Hinter dem Zaun der Hoffungslosigkeit konnte er ein Licht der Hoffnung sehen. Die Hoffnung, die ihn trug, war sein Glaube an Jesus Christus.

Und diese Hoffnung auf Jesus Christus möchte auch uns tragen und uns immer wieder neue Hoffnung geben. Der Monatsspruch für den Monat März lautet:
Jesus Christus spricht: "Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen." (Johannes 16, 22)

Darauf dürfen wir hoffen. Nach der Dunkelheit kommt Licht. Nach Sterben und Tod die Auferstehung. Und eines Tages werden alle Trauer und aller Schmerz sich in Freude verwandeln. Denn schon heute scheint das Licht der Auferstehung in unsere Welt hinein. Schon heute gilt uns die Verheißung von Ostern, weil Jesus Christus spricht: "Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wieder sehen und euer Herz soll sich freuen und eure Freude soll niemand von euch nehmen."

In dieser Freude dürfen wir das Osterfest erwarten.

Ihre Vikarin
Almut Viereck