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Andacht im Kirchboten (Ausgabe Januar/Februar 2009)

Was bei den Menschen unmöglich ist,
das ist bei Gott möglich.

(Lukas 18, 27)

Liebe Gemeinde,

was gibt es nicht alles im Leben, was wir für unmöglich halten. „Geht nicht! Schaffen wir nicht! Ist unmöglich!“

Das kann oft eine ganz realistische Einschätzung sein. Mancher mag das sagen, weil er das, was vor ihm liegt, wie einen Berg sieht, und er weiß nicht, wie er ihn überwinden soll – ob drüber gehen oder besser ausweichen.
Manchmal wird es aber vielleicht auch von jemandem gesagt, der sehr, sehr vorsichtig, ein „Bedenkenträger“ oder gar pessimistisch ist. Von jemandem, der sich oft selbst im Wege steht und damit viele Möglichkeiten in seinem Leben ausschließt.

Ob realistische Einschätzung, Sorge oder Pessimismus – allen möchte die Jahreslosung 2009 Mut machen, auch das scheinbar Unmögliche in den Blick zu nehmen und anzugehen:
Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.Damit soll kein Druck ausgeübt werden, nach dem Motto „Wenn du nur fest genug glaubst....“
Es soll den Menschen auch nicht eine Art Machbarkeitswahn eingeredet werden – wie es in der Werbung immer wieder zu hören ist: Nichts ist unmöglich. – Geht nicht, gibt’s nicht!

Ich verstehe die Jahreslosung so:
weil Gott dich in deinem Leben begleitet, deswegen kannst du das wagen und angehen, was du für unmöglich hältst. Du kannst dich etwas trauen, denn Gott stärkt dir den Rücken. Du kannst voll Vertrauen unbekannte und vielleicht auch gefährliche Wege gehen, denn Gott geht mit.

Sicher wird es nicht so sein, dass uns alles im Leben gelingt, aber gewiss bin ich, dass alles in unserem Leben, auch wenn es nicht so gelingt, wie wir es uns vorstellen, Sinn hat. Bei Gott ist das möglich, was wir uns in unseren kühnsten Gedanken nicht auszumalen wagen. Es ist das möglich, von dem wir vielleicht nicht einmal wissen, dass es das gibt.

Auf dem Titelbild sehen Sie das bekannte Bild von Michelangelo aus der Sixtinischen Kapelle, die Erschaffung des Adam. Gott streckt seine Hand nach Adam aus und erweckt ihn zum Leben. Das ist ein wunderbares Bild für die Beziehung Gottes zu uns. Gott streckt seine Hand nach jedem von uns aus, will uns berühren, anrühren. Leben hier auf Erden, das über das bloße Existieren und Funktionieren hinausgeht, Leben, das bunt und vielfältig ist und Sinn hat, das will uns Gott schenken. Die Erschaffung von Adam lässt mich auch an Christus denken, den Gott von den Toten auferweckt. Gott schenkt ihm neues Leben, wie er auch uns einmal neues Leben schenken wird.

Was wir für unmöglich halten, ist bei Gott möglich. Er ist größer als wir es uns mit unserem begrenzten Geist und Sinn vorstellen können. 

Ein gesegnetes und behütetes Jahr 2009 mit vielen neuen Möglichkeiten wünsche ich Ihnen. Gott schenke Ihnen viel Mut und Vertrauen für den Weg ins neue Jahr!

Ihre Pfarrerin Andrea Möller