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"Auf ein Wort" aus dem Kirchenboten Mai/Juni 2013

Liebe Leserinnen und Leser! 

bald ist es soweit: Pentekoste – 50 Tage nach Ostern und wir feiern Pfingsten! 

Pfingsten – das Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes
Pfingsten – das Fest der Verbundenheit aller Christen im Geist
Pfingsten – das Fest des Geburtstages der Kirche 

Das Pfingstfest hat viele Facetten – und der Wochenspruch dieses Festtages eröffnet noch weitere Horizonte und setzt bei mir Erinnerungen frei: 

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth (Sach. 4,6). 

{mosimage}In der heißen Septembersonne stehe ich mit meiner Exkursionsgruppe auf dem Platz vor der Knesset, dem israelischen Parlament – mitten in Jerusalem. Trotz der Hitze rücken wir ganz nah heran an die  fünf Meter hohe Bronzemenora, den siebenarmigen Leuchter, um die hebräische Aufschrift besser entziffern zu können. Ich höre, wie unser Exkursionsleiter referiert: „Dies ist das Hauptwerk von Benno Elkan, einem aus Dortmund stammenden jüdischen Bildhauer, der nach dem Berufsverbot durch die national-sozialistischen Behörden 1935 nach London emigrierte. Das Bildprogramm zeigt die verzweigte Geschichte des jüdischen Volkes und mündet schließlich in der modernen Landnahme in Palästina, der Staatsgründung Israels. Als Fazit steht an den unteren Bögen der beiden äußeren Leuchterarme dieser Vers aus dem Sacharjabuch: 

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth. 

Lange stehe ich mit der Gruppe noch vor der Riesenmenora und diskutiere über diese prophetischen Worte im Angesicht einer Stadt, um die sich drei Weltreligionen handfest streiten und mitten in einem Land, das von Unruhen und Krieg umgeben ist. Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth. 

Seitdem muss ich an jedem Pfingstfest, wenn der Wochenspruch im Gottes-dienst verlesen wird, daran denken, wie mir dieser Vers an so exponierter Stelle in Jerusalem begegnet ist. Die weiße Friedenstaube, die oft als Zeichen des Heiligen Geistes verwendet wird, versinnbildlicht die Wünsche und Hoffnungen, die dann in mir aufkommen:
Ich wünsche uns allen ein Pfingstfest, an dem Gottes Geist des Friedens herabsteigt in alle Krisenherde dieser Welt – in die großen politischen und die kleinen persönlichen. Möge der Heilige Geist kraftvoll wehen, damit dieses Pfingsten ein Fest des Friedens und der Versöhnung für ALLE Menschen wird!  

Ihre Vikarin Romina Rieder