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KV-Wahl 2018

KVWahl2018

"Auf ein Wort" aus dem Kirchenboten August/September 2013

Liebe Gemeinde,

wenn Sie unsere Auferstehungskirche betreten, wohin richten Sie Ihren Blick? Ich vermute nach vorne zum Altar und zum Kreuz. Ich möchte mit Ihnen heute am Eingang stehen bleiben und Ihren Blick nicht nach vorne, sondern nach unten auf den Fußboden lenken. Hier können Sie zwei Buchstaben entdecken. Manchen unter Ihnen sind sie vielleicht schon aufgefallen. In die Steine des Fußbodens sind links ein A, Alpha und rechts ein Ω, Omega, der erste und letzte Buchstabe des griechischen Alphabets, eingearbeitet.

Was haben sich die, die diese Kirche gebaut und geplant haben, wohl dabei gedacht, den Fußboden gleich am Eingang, so zu gestalten? Unsere Väter und Mütter wollten sich und die nachfolgenden Generationen schon beim Hereinkommen in die Kirche auf Jesus Christus hinweisen, der von sich selber sagt:

Ich bin das A und das O, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige, der Erste und der Letzte.
(aus Offenbarung 1)

Einen Anfang und ein Ziel haben wir auf den Wegen, die wir täglich machen. Wenn wir unterwegs sind, dann kommen wir irgendwoher, z. B. von zu Hause, und gehen irgendwohin, z.B. zum Einkaufen, in die Schule, in die Arbeit.

Auch das Anfangen und Beenden gehört zu unserem Leben. Wie viel beginnen wir: eine Ausbildung, eine Freundschaft, eine Ehe. Wir fangen an, Fußball zu spielen, Flöte zu lernen, Eltern zu sein, fangen bei einer neuen Arbeitsstelle an. Oft ist das, was wir beginnen, schön und erfüllend. Wir erleben Erfolg und freuen uns daran. Aber auch das Gegenteil kennen wir. Das, was voll Hoffnung und Schwung begonnen wurde, ist von Enttäuschungen und Misserfolg begleitet. Manchmal scheitern wir kläglich und wir müssen etwas beenden. Und manchmal wird etwas auch beendet, ohne dass wir es verhindern können. Wir sind nicht mehr die aktiv Handelnden und das kann sehr bitter und enttäuschend sein.

Es ist tröstlich, dass Jesus Christus A und O, Anfang und Ende ist. Er umfängt alles Beginnen und auch alles Beendet werden in unserem Leben und in dieser Welt.

Bevor ich war, ist er schon. Er hat mich ins Leben gerufen und er wird mich aus diesem Leben auch wieder abberufen. Von ihm komme ich und zu ihm werde ich einst wieder heimkehren. Dann bin ich am Ziel meines Lebens angekommen.

Es gibt unterschiedliche Anlässe, warum wir in die Kirche gehen. Manchmal nur für uns allein für einen Moment der Stille (die Kirche ist ja tagsüber geöffnet) oder für eine Andacht oder einen Gottesdienst in der Gemeinde. Es werden Kinder zur Taufe gebracht, Konfirmanden und Brautpaare ziehen feierlich ein, um den Segen von dem, der A und O ist, zu empfangen. Und immer wieder werden in unserer Kirche auch Gottesdienste zum Abschied von einem Verstorbenen gefeiert. Wir kommen in die Kirche und gehen wieder hinaus in unseren Alltag. Auf unserem Weg durchs Leben, wie auch auf unserem letzten Weg auf den Friedhof sind wir umfangen und begleitet von dem, der A und O ist. Alle unsere Wege beginnen bei dem A und dem O, bei Christus. Das Ziel unseres Lebensweges ist bei ihm. Er setzt unseren Wegen Anfang und das Ende, er ist Ursprung und Ziel unserer Tage, Jahre, unseres Lebens.

Ich grüße Sie mit einem Gedicht von Eduard Mörike und wünsche Ihnen einen schönen Sommer.

In ihm sei’s begonnen,
der Monde und Sonnen
an blauen Gezelten
des Himmels bewegt!


Du, Vater, du rate!
Lenke du und wende!
Herr, dir in die Hände
sei Anfang und Ende,
sei alles gelegt.

Ihre Pfarrerin Andrea Möller