^Zum Seitenanfang

"Auf ein Wort" aus dem Kirchenboten Dezember 2013

Der König kommt in unsere Welt?!

Liebe Leserinnen und Leser! 
Heute muss ich Ihnen ein Geständnis machen: Ich bin ein Adventsfan! Und zwar so richtig – manche würden sagen – so richtig schlimm kitschig. Aber ich stehe dazu: Für mich ist die Adventszeit einfach die schönste Zeit im Jahr. Am Wochenende vor dem ersten Advent hole ich meine großen Kartons mit dem Adventsschmuck aus dem Keller und dekoriere einen Nachmittag lang meine Wohnung mit Lichtern, Krippe, Adventskranz und was sich noch alles so findet. Das gehört zu meiner persönlichen, adventlichen Einstimmung einfach dazu. Es ist meine Weise einen Moment inne zu halten und mich auf die Zeit im Jahr einzulassen, in denen wir die Ankunft des HERRN in unserer Welt besonders in den Blick nehmen und hoffnungsvoll erwarten. Jeden Tag im Advent gönne ich mir dann mindestens zehn Minuten, in denen ich still werde, eine Kerze anzünde und meine Gedanken vor den bringe, der uns versprochen hat, dass er wiederkommen wird. Früh genug werden mich Adventsfeiern, Geschenkekauf und unaufschiebbare Termine vor Jahresende einholen.
Außerdem freue ich mich, die Adventszeit mit dem Gottesdienst am ersten Advent zu eröffnen. Der Wochenspruch an diesem Tag ist für mich etwas ganz Besonderes: Siehe, dein König kommt zu Dir, ein Gerechter und ein Helfer (Sacharja 9,9). Wenn ich ihn im Gottesdienst höre, will ich laut rufen: „Ja! Ich will sehen, wie mein König in unsere Welt, in unser Land, in unsere Stadt kommt, Gerechtigkeit bringt und Menschen in Not hilft. Ich will ihn sehen, meinen König, so wie ihn damals die Hirten, die Heiligen Drei Könige und viele andere Menschen gesehen haben, als ER das erste Mal in dieser Welt angekommen ist, um Gerechtigkeit zu schaffen und Menschen zu helfen.“
Doch dann sehe ich vor meinem inneren Auge all die Menschen, die unter Ungerechtigkeit leiden und große Not aushalten müssen. Und mein freudiges Rufen-Wollen wandelt sich in betroffenes Schweigen. Besonders beschäftigt mich in diesen Tagen die Situation unserer Schwestern und Brüder im Nahen Osten. In der Ursprungsregion des Christentums – in Ägypten, Syrien, im Libanon und im Irak – werden Christinnen und Christen wegen ihres Glaubens verfolgt. Sie werden ungerecht behandelt, vertrieben, verhaftet und sogar getötet. Keiner traut sich, ihnen zu helfen. 

Siehe, dein König kommt zu Dir,
ein Gerechter und ein Helfer. (Sacharja 9,9)

Ich nehme mir vor, in meinen täglichen stillen zehn Minuten im Advent besonders an sie zu denken. Möge unser König zu ihnen kommen als Gerechter und als Helfer! Mögen sie und wir ihn bald sehen – unseren HERRN und König in unserer Welt, in unserem Land, in unserer Stadt!  Eine gesegnete Adventszeit wünscht Ihnen 

Ihre Vikarin Romina Rieder