^Zum Seitenanfang

"Auf ein Wort" aus dem Kirchenboten Januar/Februar 2014

Gott nahe zu sein ist mein Glück

Liebe Gemeinde,
was ist Glück?

Ganz viele Möglichkeiten gibt es, Glück zu erleben:

  • selbst vergessen in Gottes schöner Natur Ball spielen ohne Sorgen über das Heute und Morgen
  • einmal die Pflichten vergessen
  • ein schöner Tag in den Bergen oder am Meer
  • Gesundheit
  • eine harmonische Familie
  • eine glückliche Ehe
  • die große Liebe
  • gute Freunde
  • ein gutes Essen
  • Erfüllung im Beruf
  • ein unverhoffter Besuch...

Hoffentlich fällt Ihnen ganz viel ein, was „Ihr" persönliches Glück ist. Wohl dem, dem viel Glück hier auf Erden geschenkt wird. Es gibt sicher vieles im Leben, wofür wir uns anstrengen können und müssen, wo wir uns bemühen und das unsere dazutun. Aber das meiste in unserem Leben ist ein Geschenk. Vielleicht gehört es auch zum Glücklichsein, das zu erkennen.

Für den Beter des Psalms 73 ist Glück, Gott nahe zu sein. Unser irdisches Glück will er uns keinesfalls negativ reden. Aber er hat die Erfahrung, dass es im Leben auch Zeiten gibt, wo einem kaum Glücksmomente vergönnt sind, wo einem das Glück nicht hold ist, sondern man das Gefühl hat, von Pech und Unglück verfolgt zu sein. Und in solchen Zeit hat er gespürt und erkannt: schwere Zeiten, Unglück heißen nicht, dass Gott einem nicht mehr nahe ist. Gott bleibt uns nahe auch in dunklen Tälern und er hilft uns durch die schwere Zeit hindurch. Gott ist nahe und bleibt nahe und das ist unser Glück.

Dieses Glück ist nicht unbedingt ein berauschender Höhenflug, sondern eher das Gefühl der Geborgenheit: ich werde getragen, weil Gott mir nahe ist und das lässt mich auch in dunklen Zeiten, auch im Unglück nicht verzweifeln.

Nun kann einem natürlich die Frage kommen, wie man Gott nahe kommen kann. Gut lutherisch sage ich hier: wir müssen uns überhaupt nicht bemühen, dass wir Gott nahe kommen können, weil die Bewegung von Gott ausgeht und er uns in Jesus Christus schon nahe gekommen ist und immer wieder nahe kommt. Das haben wir gerade an Weihnachten gefeiert. Das ist zum Freuen und auch zum Wundern: „Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah!" (EG 66, 1).

Freilich ist es gut und wichtig, wenn wir auch unsererseits die Nähe zu Gott suchen und sie pflegen. Das ist wie in einer menschlichen Beziehung, die man pflegen muss, damit sie stabil und tragfest wird. Jede Beziehung lebt davon, dass alle sich darum bemühen, dem anderen immer wieder signalisieren: „Du bist mir wichtig, bedeutest mir etwas" und sich gegenseitig Zeichen der Wertschätzung und Liebe geben. Gottes Nähe zu uns steht von seiner Seite aus nicht in Frage. Darum suchen auch wir unsererseits Gottes Nähe und freuen uns an diesem Glück, dass es uns auch in schweren Tagen, auch im Unglück, in unserem Herzen bleibt!

Ein glückliches und gutes Jahr 2014, in dem Sie immer wieder Gottes Nähe erleben dürfen, wünscht Ihnen

Ihre Pfarrerin Andrea Möller

 

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Dietrich Bonhoeffer