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KV-Wahl 2018

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Ein Apfelbäumchen für Nigeria

Apfelbaum

„Lasst unsere Mädchen jetzt frei!“ rufen die Menschen auf den Straßen von Nigeria laut. Die orange leuchtenden Buchstaben auf ihrem Banner unterstreichen ihre Forderung. Dicht an dicht stehen sie in einer Reihe, das Banner fest in der Hand, als ob sie sich daran festklammern wollen. Unter ihnen sind Angehörige und Freunde der Mitte April in Nigeria entführten Schülerinnen. In ihren Augen kann man es sehen: Angst und Verzweiflung - Angst haben sie um ihre Kinder und verzweifelt sind sie, weil sich immer noch nichts tut. Doch der Rückhalt, den sie weltweit erfahren, gibt ihnen Hoffnung: Hoffnung, dass doch noch alles gut ausgeht. Hoffnung, dass sie bald ihre Kinder wieder in die Arme schließen können. So demonstrieren sie weiter auf den Straßen von Nigeria.

Es ist schwer zu sagen, wie es einem selber gehen würde, wenn man in einer solchen Situation wäre: Würde ich weiter hoffen? Tapfer das Banner festhalten? Oder würde ich resignieren? Aufgeben und nach Hause gehen?

Martin Luther musste in seinem Leben auch mit hoffnungslosen Situationen fertig werden: Verfolgung, Krieg, Krankheit… Und doch soll er gesagt haben: „Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“
Ich sehe ihn richtig vor mir – den Hitzkopf Luther. Gegen alle Widrigkeiten des Lebens hält er das Apfelbäumchen fest in seiner Hand. Tapfer bahnt er sich einen Weg in den Garten und pflanzt es vorsichtig ein – als Zeichen der Hoffnung. Nicht weil er stur oder naiv ist, sondern weil er eine Hoffnung im Herzen trägt, die größer und stärker ist als alle Verzweiflung: Die Hoffnung, dass Gott ihm treu beisteht, egal wie hoffnungslos die Situation erscheinen mag. Die Hoffnung, dass mit und bei Gott letztendlich alles gut ausgeht.

Unter dem Motto „Pflanzen Sie Hoffnung“ hat unsere Landeskirche eine Internetseite eingerichtet, auf der jeder, der möchte, virtuell ein Apfelbäumchen pflanzen kann – als kleines Zeichen der Hoffnung. Eine schöne Idee! Denn es kann gar nicht genug Zeichen der Hoffnung in unserer Welt geben.
Mit und für die tapferen Demonstranten auf den Straßen von Nigeria will ich ein Zeichen der Hoffnung setzen. Ich pflanze ein Apfelbäumchen für die entführten Schülerinnen und für alle Menschen, die mit hoffnungslosen Situationen in ihrem Leben fertig werden müssen – weltweit und in unserer Gemeinde.
Wenn auch Sie ein Zeichen der Hoffnung setzen wollen, können Sie das unter http://www.apfelbaum-pflanzen.de jederzeit tun. Je mehr Apfelbäumchen desto besser.


Vikarin Romina Rieder