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"Auf ein Wort" aus dem Kirchenboten September/Oktober 2014

Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand.
Du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an.

Psalm 73, 23 und 24

Liebe Gemeinde!

Iris JackwerthAch, was waren das doch für schöne Zeiten, als ich mit meinen Kindern Hand in Hand durch Fischbach gehen konnte. Bei jedem Einkaufen, beim Spazierengehen – immer hatte ich in vielen Jahren eins meiner Kinder an der Hand. Ich habe das immer sehr genossen. Es zeigte mir: da sucht jemand meine Nähe, da vertraut man mir, da braucht mich jemand. Und bei so manchem Stolperer konnte ich den Sturz auffangen. Lang ist´s her.

Je älter meine Kinder wurden, desto mehr habe ich darauf geachtet, dass meine Hand sie nicht zu fest umfasste, damit sie auch wieder loslassen konnten. Auch wenn ich das Gehen Hand in Hand genossen habe, wollte ich sie nicht gewaltsam an mich binden, sie sollten ihre eigenen Wege gehen lernen und selbstständig werden.
Mittlerweile sind meine Kinder erwachsen, aber es bleibt eine wunderbare Verbindung zwischen uns. Ein herzliches Lachen, ein ungezwungenes Miteinander, ein Annehmen von dem, was ich einst geraten habe. Naja, ab und zu jedenfalls. Unsere Beziehung hat sich im Laufe der Zeit verändert, aber die Liebe zueinander ist immer noch da. Nein, sie ist sogar gewachsen.

Meine Beziehung zu Gott sieht ganz ähnlich aus. Ich darf an
seiner Hand durchs Leben gehen. Er freut sich, wenn ich seine Nähe suche. Stol-pere ich einmal, hilft ER mir wieder auf und sagt: Ich bin bei dir. Ich verlasse dich nicht. Ich halte dich. Ich liebe dich.

Der Herr zwingt mich auch zu nichts. Er lässt mich los, um eigene Erfahrun-gen machen zu können. Er will ja, dass ich frei und fröhlich durchs Leben gehe und mich nicht angebunden fühle. Auch will ich meine Nähe zu ihm deutlich machen: durch ein Gebet, durch stille Zeit, und stets bin ich bemüht, auch das zu hören, was er mir sagt.

So lebe ich mein Leben an seiner Hand und weiß: selbst wenn Stolper-fallen auf mich warten, oder wenn es richtig finster um mich wird:
Er ist da und hält mich fest. Seine liebevolle Hand wartet einst auf mich.

Was habe ich, was haben wir doch für einen wundervollen Gott!

In herzlicher Verbundenheit
Ihre Iris Jackwerth,
Vertrauensfrau