^Zum Seitenanfang

Unser Pfarrer Johannes Häselbarth

Nach rund einem Jahr in Fischbach haben wir mal nachgefragt, wie es unserem "neuen" Pfarrer so ergeht. Lesen Sie das vollständige Interview mit Iris Jackwerth (Vertrauensfrau) ...

Hast du dich mit deiner Familie gut eingelebt?

Wir wurden in Fischbach sehr, sehr freundlich aufgenommen. Durch die vielen aufgeschlossenen und fähigen ehren- und hauptamtlichen MitarbeiterInnen, den netten Gemeindegliedern haben wir schnell Anschluss gefunden. Das Haus und der Garten sind sehr schön – ja, wir haben uns gut eingelebt und fühlen uns wohl.

Hast du dich in der Einarbeitungsphase gut begleitet gefühlt?

Der Kirchenvorstand hat es mir leicht gemacht in die Gemeinde hineinzuwachsen. Ich konnte „viele Fragen“ stellen, das hat mir die Arbeit erleichtert. Bei den Besuchen in den Gruppen und Kreisen oder Gesprächen mit den Menschen vor Ort bin ich großer Offenheit begegnet und man hat mir gleich Vertrauen geschenkt. Fischbach ist für mich eine gute Gemeinde.

Hast du das Gefühl schon alles gesehen zu haben?

(Lacht) Ich habe tatsächlich jeden Stein angeschaut. Verstehen tue ich nicht alles. Die Kirchengemeinde, die kirchlichen Belange ja, aber wie alles andere noch so tickt ... Dass viele mit Kirche nicht viel anfangen können, auch Kirchengemeindeglieder, ja nie irgendwo auftauchen ist mir aufgefallen. Aber das ist in anderen Gemeinden ähnlich.

Fehlt dir an irgendeinem Punkt Unterstützung?

Ja, tatsächlich. Ich wünsche mir eine Gruppe von Männern und Frauen, die wir anrufen können wenn wir Hilfe, Unterstützung brauchen. Mal für Gartenarbeit oder Besorgungen, mal etwas abholen oder bringen ect.. Ich sehe den Kirchenvorstand nicht in der Rolle alles zu organisieren und auszuführen. Wir gehören ALLE zu eine großen Gemeinde – ich tue das, was ich kann, dazu.

Wie hast du die Fischbacher Gemeinde bis jetzt erlebt?

Als sehr offen, keiner murrt, wenig Kritik, neue Lieder im Gottesdienst sind kein Problem, man akzeptiert mich als Pfarrer. Hier leben Menschen, die sehr kirchennah sind aber auch Andere, die mit Gemeinde nichts zu tun haben wollen. Bei Tauf- und Beerdigungsgesprächen begegnet mir große Offenheit gegenüber, auch in der Konfirmandenarbeit ergeht es mir ähnlich.
Die Bestattungskultur gefällt mir gar nicht – oft lieblos, keine Kreuzträger und die Zusammenarbeit mit der Stadt an dieser Stelle ist eine Katastrophe.

Worin unterscheidet sich die Fischbacher Gemeinde zu der vorherigen?

Ich sage es gerade heraus: hier ist Geld! Viele Menschen sind wohlhabend – das macht etwas mit den Menschen. Das zweite was mir aufgefallen ist: man grüßt sich sehr wenig. Eigentlich Schade!

Was gefällt dir besonders an/in der Gemeinde?

Das wir hier tolle, tolle Mitarbeiter haben, ganz egal ob haupt- oder ehrenamtlich. Mitarbeiter die selbständig ihre Arbeit machen. Und, das ist auch wichtig, dass fast alles saniert ist.

Wo siehst du die Gemeinde in fünf Jahren?

Auf jeden Fall wird diese kleiner sein. Visionen fehlen mir da noch ein bisschen, weil ich erst ein Jahr hier lebe und arbeite. Schön wäre es, wenn wir als Christen stärker zusammenwachsen und ein starkes bzw. stärkeres „Wir“ Gefühl entwickeln könnten. Wir sind alle sehr verschieden, aber wir vertrauen dem einen Gott und seiner Vergebung. Ich vertraue darauf, dass Gottes Geist wirkt und uns verändert.

Was liegt dir besonders am Herzen?

ALLE sollen ihren Platz bei uns finden und auch haben dürfen. Handlungsbedarf sehe ich in der Jugend- aber auch in der Männerarbeit. Alle sollen die Möglichkeit haben sich in der Gemeinde zu integrieren – wir wollen die Räume „geistlich und äußerlich“ dafür schaffen.

Gibt es auch Dinge mit denen du so gar nicht klar kommst?

Ich brauche klare Strukturen um arbeitsfähig zu sein. Ich brauche Transparenz, denn jeder soll wissen: wo was zu finden ist, wer ist für was zuständig, an wen kann ich mich wenden wenn ... usw. Da haben wir im vergangenen Jahr viel erreicht.

Welche Ziele/Wünsche hast du dir gesetzt?

Ich nehme die Dinge auf, die in einer Gemeinde gerade aktuell sind. Meine persönlichen Wünsche stelle ich da zurück. Was ich mir aber für die Menschen hier in Fischbach wünsche: dass sie erfahren wie der Glaube glücklich machen kann, das Gottes Geist uns trägt und leitet, dass man Glauben leben kann, dass Glaube wächst und verändern kann und einfach nur gut tut. Ich muss nicht in die Kirche gehen, aber ich sollte es, denn ich verpasse etwas, wenn ich mein Glaubensleben nicht pflege.